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„Weltweit mehr Kunden gewinnen und überzeugen!“



Andreas Dorfmann ist seit Januar 2012 CEO von Demaclenko. Zu Beginn galt es, die beiden Marken Demac und Lenko sowie die dazugehörigen Teams zusammenzuführen. In der Folge wurden die Maschinen weiterentwickelt und die Marktposition des Unternehmens ausgebaut. Jetzt geht man daran, die Produktion der Schnee-Erzeuger zu konzentrieren, um in den Alpen und weltweit noch effizienter agieren zu können. Der MOUNTAIN MANAGER hat nachgefragt.


MM: „Wie auf der Interalpin angekündigt, wird Demaclenko bereits 2015 in Telfs produzieren. Was sind die Gründe dafür?“

Andreas Dorfmann: Bei der Gründung von Demaclenko 2011 wurde in Telfs die Muttergesellschaft positioniert. Mit dieser Entscheidung war klar, dass wir dem Standort Telfs sukzessive mit der Konsolidierung des Unternehmens mehr Bedeutung geben werden. Im Zuge dessen wurden etwa die Mitarbeiter von Radfeld, die den Markt in Österreich und Deutschland in den Bereichen Verkauf, Projektmanagement und Service betreuen, nach Telfs verlegt. Dann wurde das weltweite Ersatzteillager in Telfs/Zirl aufgebaut, sodass wir von hier aus unsere internationalen Kunden bzw. Wiederverkäufer versorgen können. Der nächste logische Schritt ist jetzt, Teile der Produktion nach Telfs zu verlagern. Der Grund für diese Entscheidung liegt darin, dass wir großes Vertrauen in die Strukturen Tirols haben. Infrastruktur und Arbeitsmarkt bieten uns gute Voraussetzungen, dazu befinden sich im Umkreis große und wichtige Kunden von Demaclenko. Wir sind, gemeinsam mit der Unternehmensgruppe LEITNER, der Überzeugung, dass Telfs ein strategisch guter Punkt ist und räumen dem Standort somit immer mehr Bedeutung ein.
 

MM: „Was wird genau gemacht, wie sieht der Zeitplan aus?“

Dorfmann: „Unmittelbar nach der Gründung von Demaclenko in Telfs wurde als Unternehmensgruppe LEITNER nordöstlich vom bestehenden Gebäude ein zusätzliches Grundstück angekauft, wo nach dementsprechendem Bau die Produktion vorgesehen ist. Dieses Jahr wird bereits die Produktion im bestehenden Gebäude stattfinden. Damit werden einige Produktlinien in Telfs produziert. Ein wesentlicher Aspekt, den Demaclenko durch die Produktion in Telfs sofort nützen kann, ist die größere Mannschaft, die durch die Synergien mit LEITNER ropeways, LEITWIND und PRINOTH zur Verfügung steht. Auf diese Weise können wir flexibel auf Kundenwünsche reagieren. In Summe strebt die Unternehmensgruppe LEITNER in Telfs eine ausgeglichene Produktionsauslastung an – keine leichte Aufgabe, wobei die vorhandenen Synergien auf alle Fälle bestmöglich genutzt werden sollen.


MM: „Welche Auswirkungen werden diese Neuerungen auf die Strukturen von Demaclenko haben? Gibt es Änderungen im Vertrieb und Service?“

Dorfmann: "Unabhängig von der anlaufenden Produktion bleibt die Kernmannschaft von Demaclenko für die Kunden so bestehen und wird sogar noch verstärkt. Um den Kundenanforderungen überall und zu jeder Zeit nachkommen zu können, hat sich das Service Team von Demaclenko bereits in letzter Zeit stark verändert und ist stetig gewachsen. Durch die bereits vollzogene Neustrukturierung der Service- Abteilung haben wir die Hauptverantwortung neu verteilt und einen zusätzlichen Mitarbeiter für das Ersatzteillager und das Qualitätsmanagement der Schnee-Erzeuger eingestellt. Das restliche Service Team kümmert sich um die Unterstützung vor Ort auf den Baustellen und pflegt dadurch den direkten Kontakt zu internationalen Kunden. Auch der Ableger der Service Abteilung in Österreich wurde reorganisiert, um den Kunden optimal entgegenzutreten. Das Team Austria widmet sich sehr professionell allen praktischen Fragen vor Ort auf den Baustellen und darüber hinaus.
 

MM: „Wie sieht die aktuelle Auftragslage für Demaclenko aus, nennen Sie bitte einige konkrete Projekte.“

Dorfmann: „Die Auftragslage ist nicht nur gut, sondern sehr gut. Aus heutiger Sicht werden wir im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Durch die schwierige Situation im letzten Winter rüsten speziell in den Alpen viele Skigebiete auf. Ein großer Auftrag kommt von der Schultz-Gruppe. Das sind insgesamt über 200 Schnee-Erzeuger, davon 110 TITAN in unterschiedlicher Ausführung und über 90 Lanzen, die auf die einzelnen Skidestinationen verteilt werden. In Kitzbühel wurde bereits letztes Jahr der Auftrag zum Bau eine Anlage inkl. Pumpstation erteilt, welchen es heuer gilt umzusetzen Für diese Anlage liefern wir über 100 Schnee-Erzeuger aus. Weitere Aufträge kommen aus Scheffau, Hopfgarten, von den Lienzer Bergbahnen, aus der Flachau, Murau usw. In der Schweiz erneuern wir für St. Moritz die gesamte Beschneiungsanlage, damit man für die Alpine Ski WM 2017 am letzten Stand der Technik ist. Das ist ein großer Auftrag, dessen Ausführung sich über 3 Jahre erstreckt, wobei die Bergbahnen St. Moritz seit Jahren mit uns arbeiten. Ein weiterer Auftrag in St. Moritz kommt aus dem Skigebiet Corvatsch. Hier wird die Beschneiungsanlage inner-halb von 2 Jahren zur Gänze erneuert. In Deutschland arbeiten wir in Garmisch-Partenkirchen, in Jungholz, Brauneck oder am Wurmberg. Ein bedeutender Auftrag über eine große Anzahl an Propellermaschinen, die in einzelne Skiresorts verteilt werden, kommt aus China, einem aus unserer Sicht sehr interessanten Markt. Die Investitionsfreudigkeit der chinesischen Kunden ist nach wie vor groß und wird sich im Falle der Austragung der Olympischen Spiele sicherlich noch mehr verstärken. In Südtirol und Italien haben wir Aufträge u. a. aus dem Skigebiet Piz Sella, Colfosco oder St. Vigil. Und auch in Skandinavien sind wir mittlerweile sehr gut aufgestellt, da haben wir den Markt in den letzten 2 Jahren sehr intensiv bearbeitet. In Norwegen arbeiten wir z. B. für das Skigebiet Hafjell. Hier wird die bestehende Schneeanlage modernisiert und ausgebaut. Das Auftragsvolumen beträgt rund 5 Mio. Euro, der Auftrag wurde im April unterzeichnet. Ende Oktober soll dann alles fertig sein. In Frankreich ist Demaclenko jetzt seit Anfang des Jahres am LEITNER-Standort in Montmélian vertreten. Auch hier haben wir schon einige Aufträge erhalten und werden somit den Markt ordentlich aufrollen können. Das Potenzial in Frankreich ist für ein europäisches Land sehr hoch, dort werden nämlich bis jetzt erst 30 bis 40 % der Pisten beschneit.


MM: „Auf der Interalpin wurde der neue TITAN 2.0 vorgestellt. Was wurde verändert, wo liegen die Pluspunkte der Weiterentwicklung?“

Dorfmann: „Der TITAN ist technisch ein sehr ausgereifter Schnee-Erzeuger, mit dem wir den Markt in den letzten 2 Jahren ordentlich aufgemischt haben. Mit der Weiterentwicklung, dem TITAN 2.0, können wir jetzt stolz den stärksten Schnee-Erzeuger präsentieren, den es derzeit am Markt gibt. Die Neuerung dabei betrifft hauptsächlich die Turbine und das Schaufelrad, die gemeinsam mit dem Fraunhofer- Institut so weiterentwickelt wurden, dass bei gleichem Energieeinsatz eine größere Wurfweite erzielt werden kann. Da sich eine große Wurfweite 1:1 auf das Auskristallisieren des Schnees auswirkt, ist es gelungen, die Schneequalität zu optimieren und dazu die mögliche Durchsatzmenge zu erhöhen. Der TITAN 2.0 begeistert v.a. durch seine hervorragende Qualität, Schneimenge und Energieeffizienz. Gleichzeitig wurde das Schaufelrad weiter nach innen verlagert, sodass die Schallaustragung reduziert werden konnte. Der TITAN 2.0 ist also wesentlich leiser als das Vorgängermodell. Die Düsen wurden im ausgesprochen kompakten Düsenkranz in einer Reihe angeordnet, sodass die Zerstäubung optimiert wird. Die Wasser-Durchsatzleistung liegt zwischen 1 und 11 l/s und ist stufenlos regelbar. Dazu setzen wir in allen Bereichen nur qualitativ hochwertigste Materialien ein.


MM: „Wo werden die neuen TITAN 2.0 erstmals zum Einsatz kommen?“

Dorfmann: „Der TITAN 2.0 wird 2015 bereits für einige Projekte in Österreich wie z. B. Kitzbühel oder die Schultz-Gruppe ausgeliefert. Grundsätzlich steht dieses Jahr aber sowohl die TITAN- als auch die TITAN 2.0-Modellreihe zur Verfügung. Ab 2016 werden wir dann nur mehr TITAN 2.0 ausliefern. Insgesamt haben wir uns 2015 zum Ziel gesetzt, über 1 000 Schnee-Erzeuger auszuliefern.




MM: „Mit dem Lanzenkopf EOS gibt es eine weitere Innovation bei Demaclenko. Was wurde hier verbessert/ optimiert?“

Dorfmann: „Die neue Nukleatorentechnik, die beim TITAN 2.0 zum Einsatz kommt, gibt es auch beim EOS. Für die neue Lanze wurde außerdem der Luftverbrauch minimiert, er wird bei 1,8 kW liegen. Zusätzlich haben wir auch beim EOS die Düsen so konzipiert, dass bei weniger Druck die volle Leistung gebracht werden kann. Durch die optimale Kombination von Schneileistung und Energieeffizienz wird die neue Lanze sicher den Markt erobern und durch ihre Zuverlässigkeit die Kunden begeistern. Die Lanze ist Ergebnis der täglichen Neugier unseres Teams nach technischen Innovationen und besticht schon beim 1. Anblick mit dem neuen Lanzenkopf samt Düsen und Nukleatoren, welche die bahnbrechenden Verbesserungen in sich vereinen. Die Druckluftversorgung der neuen Lanze liegt bei 195 l/min (1,8 kW), die Schneileistung ist im Vergleich mit dem Vorgängermodell nahezu gleich geblieben und liegt bei ca. 52 m³/h. Wir starten mit der Schneeproduk tion bei einer Feuchtkugeltemperatur von -1,5°. Der Kopf ist kleiner und kompakter geworden und damit noch weniger anfällig für Vereisungen bei Wind und Regen. Dazu hat die Lanze eine kleine Heizung im Lanzenkopf, die speziell für den Schneistart entwickelt wurde. Mit diesen zwei neuen Produkten, dem TITAN 2.0 und dem EOS, sind wir am Markt in vorderster Position. Somit sollte es uns gelingen, weltweit noch mehr Kunden zu überzeugen und zu gewinnen.“ 
 
 
 
Mirjam Cestari
 
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