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"Schnee ist nicht alles, aber ohne Schnee ist alles nichts"


Eine objektive Diskussion über die Rolle Beschneiung heute
 
Was sagen uns Zahlen & Fakten wirklich? Wie viel muss ein Skigebiet für eine erfolgreiche Saison investieren? Hat man ohne Beschneiung noch reelle Chancen? Wie groß ist der Einfluss von Schneeerzeuger & Co tatsächlich auf unsere Umwelt? Wie wirkt sich technische Beschneiung auf regionale Wirtschaftskreisläufe bzw. auf den Tourismussektor aus?
 
All dies galt es mit Hilfe von Experten wie Wissenschaftlern, Ökonomen, Technikern und Professoren im Rahmen unserer gestrigen Podiumsdiskussion rund um das Thema der technischen Beschneiung heute im Tirol Berg in St. Moritz zu beantworten.
 
Es ist eine Tatsache: in den letzten Jahren überwogen überall schneearme Wintermonate, welche vor allem dem alltäglichen und ökonomischen Rhythmus unserer Berge enorm zusetzten. Zur Rettung einer niederschlagsarmen Saison trugen oftmals nur Beschneiungsanlagen bei, die es ermöglichten, das Skigebiet in nur kurzer Zeit und wenigen Nächten so zu präparieren, dass Gäste und Rennsportler perfekte Bedingungen vorfanden. 
 
So vorteilhaft der Einsatz technischer Schneeerzeuger auch scheint, dreht sich die tägliche Diskussion immer wieder um Themen wie massive Umwelteinwirkungen und zu hohe Investitionssummen derselben, sobald es um die Rechtfertigung einer Beschneiungsanlage geht. 
 
„Schnee ist nicht alles, aber ohne Schnee ist alles nichts“, so der äußerst starke Slogan des Nachmittages, der vom CEO der Kitzbühel Bergbahn AG, Josef Burger während eines Interviews geprägt und ins Leben gerufen wurde.

Bei der Diskussionsrunde ging es v.a. darum eine objektive Sicht der heutigen Situation nachzuzeichnen um für evtl. Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Unter der Leitung unseres Moderators Michael Rothleitner vom Schneezentrum Tirol und unseres Geschäftsführers Andreas Dorfmann präsentierten die 5 Referenten ihren Standpunkt und stoßen auch das ein oder andere Mal auf Widerspruch in den eigenen Reihen.

So etwa vertretet Herr Leo Jeker, Beschneiungspionier der Savognin Bergbahnen den Standpunkt, dass die Bergbevölkerung sehr wohl das Recht hat, die im Tal produzierte Energie selbst für eigene Zwecke zu nutzen, da dies auch in der Stadt bei zahlreichen Industriegebieten so funktioniert. Während Paul Profanter vom Amt für Forstwirtschaft der Autonomen Provinz Bozen, sehr wohl darauf plädiert, dass die Rechte der Gebirgsbevölkerung nicht ausgereizt werden sollten um durch Sensibilisierung auf beiden Seiten das Beste für alle Parteien zu gewinnen. Grundsätzlich unterstrichen jedoch alle Referenten, dass es in der heutigen Zeit extrem schwierig ist, ohne technischer Beschneiung den ordentlichen Betrieb der Gebiete aufrecht zu erhalten, geschweigenden Veranstaltungen wie Weltcup bzw. Weltmeisterschaften auszutragen. 
 
Wie groß sind Einflüsse auf Natur und Umwelt? Markus Meili, Geschäftsführer der Engadin St. Moritz Mountains AG unterstrich, dass die Natur nach einem Bauvorhaben sicherlich nie mehr dieselbe ist wie vorher, man müsse jedoch auch bedenken, dass Mensch in der Natur leben und existieren muss. Zudem unterstrich Meili, dass Gegner in letzter Zeit immer öfters nach Ausreden suchten, gegen einen Bau einer Beschneiungsanlage und nutzen immer öfter den Aspekt der Energieeffizienz als Ausrede für die Abneigung jeglicher Bauvorhaben. 
 
Hannes Parth hingegen, der uns als Vorstand der Silvretta Seilbahn AG vor allem über den Stand der Dinge in Ischgl informierte, wies darauf hin, dass eine Destination wie Ischgl ohne Tourismus und ohne Skigebiete sicherlich auf die Länge keine Lebensgrundlage bieten würde und die Bevölkerung somit nach und nach vom Berg in die Stadt ziehen würde. 
 
Zu diesem Aspekt äußert sich auch Leo Jeker, der Anhand des Beispieles Savognin beschreibt, wie dort schon in frühen Jahren der Tourismus als Existenzsicherung des ganzen Landes gesehen wurde. Auch das vom Moderator angesprochene Thema der Nachhaltigkeit verknüpft Jeker leidenschaftlich mit der Bewirtschaftung der Bergdörfer, damit Kulturlandschaft gepflegt wird. Um dies jedoch zu ermöglichen bedarf es Perspektiven, die durch den Tourismus geschaffen werden. 
 
Für die etwas andere Sicht der Dinge zwischen all den Beschneiungsexperten, nahm Robert Steiger von der freien Universität Innsbruck an der Diskussionsrunde teil, der auf den wandelnden Anspruch der Gäste, die das Luxusprodukt technischer Schnee lange schon zu einem Standardprodukt gemacht haben, aufmerksam macht. Über die Frage ob technische Beschneiung ökonomisch sinnvoll ist, rät Steiger zwischen großen und kleinen Gebieten zu unterscheiden. Für große Gebiete ist es zweifelsohne ein Muss, kleinere Gebiete hingegen werden sich in Zukunft immer schwerer tun, sich eine moderne Beschneiungsanlage leisten zu können. 
 
Um einiges an Eindrücken reicher und mit vielen Informationen ging es dann über zum persönlichen Austausch mit den Referenten, der auch von unseren Journalisten gern genutzt wurde.




v.l.n.r.: Michael Rothleitner – Schneezentrum Tirol, Robert Steiger - Freie Universität Innsbruck, Paul Profanter – Amt für Forstwirtschaft Autonome Provinz Bozen, Andreas Dorfmann – CEO Demaclenko, Hannes Parth – Vorstand Silvretta Seilbahn AG, Leo Jeker – Seilbahner und Politiker & Markus Meili – Geschäftsführer Engadin St. Moritz Mountains
 
 



 
 
 
Mirjam Cestari
 
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